Auszüge der Hof- und Familiengeschichte

Die ersten Niederschriften aus der Vergangenheit des Hofes Grothues-Potthoff stammen aus dem 13. Jahrhundert. Heute befindet sich unser Hof noch immer im Familienbesitz. Bis hierher haben eine Reihe erwähnenswerter Meilensteine in unserer Hofhistorie stattgefunden.

August 2014: Erweiterung der Kernobst-Kühllager

Rechtzeitig zur Kernobsternte 2014 konnten wir drei neue Kühlzellen in Betrieb nehmen. Unsere bestehenden fünf Kühlzellen wurden ebenfalls mit moderner Technik nachgerüstet und in die neue Verbundanlage aufgenommen. Die energieeffiziente Anlage mit einer Gesamtkälteleistung von 206 kW wird zukünftig auch die Klimaanlage unseres neuen Hotels mit kaltem Wasser versorgen. Positiv zur Energiebilanz trägt die Wärmerückgewinnung bei, die zur Brauchwasservorerwärmung eingesetzt wird.

Frühjahr 2014: Neue Lagerhalle fertiggestellt

Die Pläne für eine neue Maschinen- und Lagerhalle wurden in die Realität umgesetzt, nun können Hackschnitzel trocken gelagert und weitere Maschinen sicher abstellt werden. Zudem wurde unser Waschplatz überdacht. Auf dem Hallendach ist eine Photovoltaikanlage zur Eigennutzung installiert worden.

Ende 2012: Das größte Projekt der Hofgeschichte beginnt

Nach langjährigen Überlegungen, den Betrieb um eine Hotelanlage zu ergänzen, fällt die Entscheidung, ein Wellness- und Tagungshotel zu errichten. Nach der Einreichung des Bauantrags kann im August 2013 mit dem Bau begonnen werden.

2012: Hofeigene Brötchen

Im April 2012 wird anstelle der Lager- und Kühlräume des Hofcafés ein neues Gebäude errichtet, um eine Backstube, die bisherigen Konditorei und einen Verkaufsraum zu beherbergen. Bereits im darauffolgenden Winter formen die Bäcker die ersten hofeigenen Brötchen, die nun nicht mehr für das Frühstücksbuffet zugekauft werden müssen. Der Verkaufsraum ist dem Hofladen angegliedert. Nach dem Auszug der Konditorei wird der freigewordene Platz im Hofcafé für eine Erweiterung der Küche verwendet.

2011: Nachhaltige Energieversorgung

Mit der kontinuierlichen Erweiterung des Betriebes wächst auch der Energiebedarf. Aus den eigenen Forsten fällt genügend Abfallholz an, sodass 2011 eine Hackschnitzelheizung in Betrieb genommen wird. Auf Basis nachwachsender Rohstoffe ist es somit möglich, 95 % der benötigten Wärme umweltschonend zu erzeugen und darüber hinaus auch die Erdbeeren in Folientunneln zu beheizen, um bereits im April mit der Ernte beginnen zu können.

2008–2011: Neue Freizeitangebote

Ab dem Jahr 2008 kommen auf dem Hof Grothues-Potthoff auch SwinGolf-Fans voll auf ihre Kosten. 2011 werden eine SpielGolf-Anlage und ein Hofpark ergänzt. Auf einer Fläche von 6.000 Quadratmetern entsteht so ein abwechslungsreiches Freizeitangebot.

2003: Erweiterung des Hofangebotes

Als vollständiger Neubau im Fachwerkstil entsteht im Jahr 2003 der Hofladen mit einer Verkaufsfläche von 180 Quadratmetern. Da das gastronomische Angebot des Hofcafés wächst, werden im Winter 2004 die Flächen von Küche und Konditorei verdoppelt. Um auch für Gesellschaften attraktiver zu werden, bietet seit dem Jahr 2007 ein großzügiger Wintergarten Platz für weitere Gäste des Hofcafés.

Die Entwicklung des Hofcafés

1998–2003: Direktvermarktung und Hofgastronomie

1998 startet der Bau des Hofcafés. Bei der Eröffnung 1999 bietet es Sitzgelegenheiten für 150 Personen. Himbeer-, Heidelbeer- und Kernobstplantagen werden als neue Sonderkulturen angelegt. Um die Äpfel und Birnen längerfristig lagern zu können, entsteht ein Kühl- und ULO-Lager mit einem Fassungsvermögen von 200 Tonnen. Ehemalige Ställe werden abgerissen oder umgebaut: Auf diese Weise entstehen Gefrierraum, Vorrats- und Lagerräume, Marmeladenküche, Saftabfüllung, Werkstatt, Sozialtrakt, Saisonarbeiterwohnungen, Maschinenhalle und Büroräume.

1997: Ausstieg aus der Viehhaltung

Um die Schweinemast weiter auszudehnen, wird ein Bauantrag für einen weiteren Maststall gestellt. Dieser wird überraschenderweise abgelehnt, da die Gemeinde Senden auf dem Nachbargrundstück ein neues Wohngebiet ausweisen will. Umweltgutachten bestätigen, dass die Ausweisung von Baugebieten diesseits der Bundesstraße langfristig die Schweinemast gefährden würde. In der Folge gibt der Hof die Schweinemast auf und spezialisiert sich auf den Bereich der Direktvermarktung.

Anfänge der Spargelernte

1989: Der Einstieg in die Direktvermarktung

Nach genauer Abwägung und intensiver Beratung wird im April des Jahres 1989 auf dem Hof der erste Hektar Spargel angepflanzt, im folgenden Jahr folgt ein weiterer Hektar. Als Verkaufsraum dient zunächst das Wohnhaus, später eine garagenähnliche Vermarktungseinrichtung mit Kühlhaus, Eiswasserbecken und Spargelsortieranlage. Im Jahr 1992 startet erstmals der Weihnachtsbaumverkauf, 1994 wird das erste Erdbeerfeld angelegt.

1968-1970: Spezialisierung auf Schweinemast und Sauenhaltung

Im Jahr 1969 entsteht auf dem Hof ein Schweinemaststall mit 500 Mastplätzen. In den folgenden Jahren werden Milchviehbestand und vorhandenes Jungvieh abgeschafft. Die nicht mehr benötigten Weideflächen werden drainiert und umgebrochen, um sie ackerbaulich nutzen zu können. Es folgt die Errichtung eines weiteren Vormaststalls 1974 sowie eines weiteren Maststalls 1979 mit jeweils 500 Plätzen. Zwischen 1984 und 1993 widmet sich der Hof ebenfalls der Sauenhaltung mit bis zu 170 Sauenplätzen.

Hofentwicklung im Laufe der Jahre

Ernte Mitte des 20. Jahrhunderts

1939: Traktorpremiere

Der erste Trecker vom Typ „Kramer“ wird angeschafft. Der Schlepper hat einen Verdampfungskühler, sodass die Maschine während der Arbeit mehr Wasser als Diesel verbraucht. Auf der Aufnahme in der Hofzufahrt probt der spätere Hofeigentümer Josef Grothues das Sitzen am Lenkrad.

1893: Bau des Dortmund-Ems-Kanals

Der Bau der wichtigsten Verkehrsanbindung zwischen dem Ruhrgebiert und den Nordseehäfen beginnt im Jahr 1893 und wird 1898 fertiggestellt – die Einweihung nimmt der damalige Kaiser Wilhelm höchstpersönlich vor. Um einer Zwangsenteignung zu entgehen, verkauft der Hof Grothues-Potthoff in den Jahren 1892 und 1895 kleinere Randstreifen für 343,92 Mark.

1851: Amortisationsrecess

Mit dem sogenannten Amortisationsrecess wird die bereits 1837 beschlossene Ablösung aller Verbindlichkeiten durch Zahlung eines einmaligen Ablösungskapitals und eines jährlichen Rentenbetrags vollzogen. Derzeitiger Besitzer des Gutes Potthoff ist der Colonat Anton Erlemann gnt. Potthoff. Bis die Ablösesumme vollständig gezahlt ist, dauert es bis zum Jahr 1893. In den Jahren 1881, 1887 und 1905 werden weitere Grundstückskäufe getätigt.

1808 bis 1837: Neuzuweisung der Ländereien

Mit dem Edikt des Kaisers Napoleon vom 12. Dezember 1808 wird die Bauernbefreiung eingeleitet. Für die Bauern, die sich in der Regel im Status der Eigenbehörigkeit gegenüber ihrer Grundherrschaft befanden, bedeutet dies die Aufhebung der persönlichen Abhängigkeit vom Grund- oder Leibsherrn. Es folgt die Säkularisation, die kirchliche Enteignung durch staatliche Gewalt: Der preußische Staat tritt zunächst die Nachfolge des Georgskommende Münster an. Im Juli 1837 erhält das Colonat aus Teilungen der Ventrupperheide und der Moor- und Kannenheide Ländereien im Umfang von ca. 104 Morgen: Der Hof wird zum Familieneigentum.

Ab 1652: Nachweisbare Hofpächter

Ab dem Jahr 1652, beginnend mit Senzius Potthoff und Anna Tomholte, lassen sich alle Bewirtschafter des Hofes in genauer Folge der Generationen nachvollziehen.

Ende 14. bis Anfang 19. Jahrhundert: Zeitpacht

Fortlaufend bewirtschaften Bauern den Hof in Zeitpacht, wobei der Hofname Potthoff jeweils angenommen wird. Der Hof unterliegt einem Grundherrn und muss an diesen vielfältige Natural- und Geldabgaben sowie Hand- und Spanndienste abtreten. Auch an die Kirche ist der sogenannte „Zehnte“ zu entrichten. So wurden zeitweise für den Hof laut notarieller Schuldverschreibung folgende Waren eingefordert: ein Scheffel Gerste und eine Klanke Flachs für das Pastorat in Senden, ein viertel Pfund Wachs an die Kirche in Senden sowie einen Scheffel Hafer, einen halben Schweinskopf, fünf Eier, einen Käse oder 2 Silbergroschen jährlich und alle zehn Jahre ein Fuder Gilberholz an die Küsterei in Senden.

1374: Verkauf des Hofes an die Georgskommende

Am 14. Mai 1374 verkauft die Witwe Constancia von Schonebeke, geborene von Senden und Eigentümerin des Potthofes, den Hof an den Komtur des Klosters der Deutschordensbrüder: an die Georgskommende zu Münster. Der Gutshof Potthoff untersteht nun ebenso wie seine Nachbarhöfe der Georgskommende als Grundherrschaft und wird zum erbuntertänigen Gut.

1253: Erste Erwähnung des „Potthofes“

Die heute bekannte Hof- und Familiengeschichte beginnt am 25. Januar 1253. Zwischen der Stadt Coesfeld und dem Kloster Marienborn wird ein Vertrag geschlossen: Die bisher in der Stadt erworbenen Grundstücke sollen gegen eine jährliche Geldabgabe von allen städtischen Diensten und Auflagen befreit, die späteren Erwerbungen aber wieder den vorherigen Diensten und Auflagen unterworfen sein. Der Vertrag wird unter anderem von Hinricus de Pothove und Johannis de Pothove unterzeichnet. Alte Schriftstücke deuten darauf hin, dass der „Potthof“ ein freies Erbgut der damaligen „Herren von Senden“ war, die das Gut selbst bewohnten oder es bewirtschaften ließen.